LANDKREISE ALTÖTTING UND MÜHLDORF AM INN. Die Kriminalpolizei Mühldorf am Inn hat gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Traunstein am Mittwoch, 2. April 2025, insgesamt 15 Objekte in den Landkreisen Mühldorf am Inn und Altötting durchsucht. Im Zuge etlicher Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Besitzes und der Verbreitung kinderpornographischer Inhalte wurde dabei eine Vielzahl an Beweismitteln bei 15 Beschuldigten sichergestellt.
Koordiniertes Vorgehen gegen Kinderpornographie
In den vergangenen Jahren war ein sehr starker Anstieg der Straftaten im Zusammenhang mit der Verbreitung pornographischer Inhalte und speziell der Verbreitung kinderpornographischer Inhalte zu erkennen. Nach einem leichten Rückgang der Fallzahlen von 2022 (721 Taten) auf 2023 (697 Taten) im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd im Deliktsbereich „Verbreitung pornographischer Inhalte“, musste im vergangenen Jahr 2024 wieder eine starke Steigerung auf 911 Taten verzeichnet werden (+214 Fälle oder +30,7 %!).
Um die Verbreitung von Kinderpornographie weiterhin konsequent zu bekämpfen, unternehmen Polizei und Justiz seit geraumer Zeit erhebliche Anstrengungen. Zur qualifizierten und effizienteren Abarbeitung des bisherigen und in Erwartung des zukünftigen Anzeigenaufkommens hat das Polizeipräsidium Oberbayern Süd eigene „Arbeitsgruppen Kinderpornographie“ bei den drei Kriminalpolizeiinspektionen und der Kriminalpolizeistation Mühldorf am Inn eingerichtet. Die Arbeitsgruppen beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit allen Delikten im Zusammenhang mit dem Besitz und der Verbreitung von Kinder- und Jugendpornographie und arbeiten hierbei eng mit den Staatsanwaltschaften und der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg zusammen, bei der bereits seit Oktober 2020 das Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornographie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI) angesiedelt ist. Bei der Staatsanwaltschaft Traunstein wurde auf die steigenden Fallzahlen dadurch reagiert, dass mittlerweile eine Staatsanwältin als Gruppenleiterin und vier Staatsanwältinnen speziell für die Verfolgung von Straftaten mit kinder- und jugendpornographischen Inhalten zuständig sind.
15 Durchsuchungen – Umfangreiches Datenmaterial sichergestellt
Am Mittwoch (2. April 2025) führten die Beamten der Kriminalpolizei Mühldorf am Inn mit Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich der digitalen Forensik der Kriminalpolizei Traunstein und der Zentralen Einsatzdienste (ZED) Traunstein erneut eine groß angelegte Durchsuchungsaktion durch, welche sich gegen insgesamt 15 Beschuldigte richtete. Diese sind im Alter zwischen 14 und 65 Jahren, wobei es sich ausschließlich um männliche Personen handelt.
4 Spezialstaatsanwältinnen und rund 30 Polizistinnen und Polizisten vollzogen ab dem frühen Morgen die von der Staatsanwaltschaft Traunstein beim Ermittlungsrichter erwirkten Durchsuchungsbeschlüsse gegen die Personen, denen Straftaten im Zusammenhang mit Kinder- und Jugendpornographie vorgeworfen werden. Dabei wurden ab dem frühen Morgen insgesamt 15 Objekte in den Landkreisen Mühldorf am Inn und Altötting durchsucht.
In den Wohnungen der Beschuldigten stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial in Form von elektronischen Geräten, wie Laptops, Mobiltelefonen, Tablet-PCs und Speichermedien sicher, die nun aufwendig von IT-Forensikern ausgelesen und ausgewertet werden müssen.
Die nun weitergehenden Ermittlungen werden von der Kriminalpolizei Mühldorf am Inn unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein geführt.
Vorläufige Bilanz von Staatsanwaltschaft und Polizei
Das vorläufige Ergebnis der konzertierten Aktion wird von der Staatsanwaltschaft Traunstein und der Polizei als Erfolg im Kampf gegen Kinder- und Jugendpornographie gewertet. Durch die Aktion wurde den Tatverdächtigen deutlich aufgezeigt, dass sie sich in der vermeintlichen Anonymität des Internets nicht sicher fühlen dürfen. Da hinter jedem Fall von Kinder- und Jugendpornographie Opfer und Schicksale stehen, werden Polizei und Justiz auch in Zukunft mit allen zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen Mitteln daran arbeiten, den Straftätern das Handwerk zu legen.